Glückssache

Die Linke, ich meine die wirklich Linken, trauen sich zu oft nicht zu glauben, dass sie Recht haben. Dass die Welt wirklich scheiße ist, schräg, schief läuft, das etwas nicht stimmt, es so nicht sein kann und immer mindestens ein Funke Skepsis bleibt.

Die Vertreter_innen und Akteure der sogenannten Gesellschaftskritik denken und fühlen vor allem, dass etwas mit ihnen selbst nicht stimmt, dass sie das nicht sagen dürften, was sie fühlen und denken. Sie – wir – haben das falsche Leben verinnerlicht und geben uns selbst die Schuld.

Daher all der Dogmatismus, die Intoleranz, bisweilen der Fanatismus und allgemein das Desinteresse für Dinge, Leute, Ereignisse, die anders und neu sind. Nicht weil die Dogmen so gut wären oder die Leute so faul. Nein, weil sich kaum jemand sicher darin ist, das die Realität falsch ist, hält man lieber an den eigenen Schwächen fest, hört irgendwann auf, sich für sich selbst zu interessieren und orientiert sich an Parolen, Schlagworten und Gewohnheiten, die unüberprüft bleiben  müssen.

Dabei stimmt es: alles ist falsch. Dennoch gibt es ein Leben und ab und zu vielleicht ein bisschen Glück.

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