Nice Try: Why I stopped liking UN Watch’s Facebook Site

Meine persönliche Bemerkung zum Krieg zwischen der Hamas und Isreal.

Heute Abend habe ich mich selbst überrascht, wollte ich doch eine Email an UN Watch schreiben und so kurz wie gewürzt erklären, warum ich mein ‚Like‘ ihrer Facebookseite entfernt habe.

Ich sah‘ zuvor ein kurzes Video, das Ausschnitte aus einer Diskussion des UN Menschenrechtsrates in Genf zeigt. Diese Diskussion („Emergency Session on Gaza“, 23.07.2014) fand während dieses Krieges statt. Unter dem Titel „UN emergency session on Gaza: Hillel Neuer speaks out“ lassen sich enorme und absurde Anschuldigen gegen Israel ebenso wie Neuers („executive director of UN Watch“, wikipedia) Reaktionen finden.

Israel werden wohl nicht zufällig in diesem zahnlosen Gremium Kriegsverbrechen vorgeworfen – Staatsverbrechen, Genozid, die Vernichtung der Palästinenser, ethnische Säuberungen, Massaker und eine kriminelle Mentalität. Neuer hingegen berichtet aus Israel, von der Angst vor den Raketen der Hamas, von der Bedrohung des Lebens dort und den Traumen, die sie hervor bringt, jedoch auch von der Standhaftigkeit und dem Mut eines Volkes, dass sich nicht weiter zum willenlosen Opfer machen lässt. Seinen VorrednerInnen und KritikerInnen wirft er vor, beispielsweise die Verbrechen des Syrischen Staates an den Palästinensern zu verschweigen und überhaupt auf beiden Augen blind zu sein, wenn um Verbrechen geht, die nicht Israel begangen hat. Er und UN Watch seien die wahren Vertreter und Verteidiger der Menschenrechte, Israel das wirkliche Opfer in diesem Krieg.

In meiner Email hätte ich betont, dass die Beträge der Gegner Israels (nicht des Krieges wohlgemerkt) tatsächlich weitaus stupider und dumpfer anmuten als Neuers Standpunkt. In der Tat halte ich es außerdem für den entscheidenden Grund des allgemeinen Entsetzens über Israels Kriegsführung, dass die Erwartung an ein willenloses und sich opfern lassendes jüdisches Volk vom Handeln des Staates Israel durchbrochen oder zumindest stark irritiert wird. Nur wer sich und seine Motive nicht daraufhin abhorcht kann leichten Fußes Israel des Genozids bezichtigen, die Hamas hingegen Widerstandsgruppe hinstellen.

Dennoch wirkt das Insistieren auf die ‚wahre‘ Opferrolle und den ‚wahren‘ Verteidiger der Menschenrechte intellektuell unangemessen und unnötig unpolitisch. In diesen Rollen kann sich jeder in einem Krieg sehen und tut es bekanntlich auch so lange, bis die eigene Beteiligung und Verantwortung einfach nicht mehr zu leugnen ist. Auch hätte eine mitfühlende Bemerkung über den grausamen Kriegstod so vieler Menschen wie in diesem Krieg den Ausführungen Neuers nicht geschadet.

Wäre es nicht zudem ein politischer Einwurf in dieser Debatte gewesen, auf ein mögliches Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden zu verweisen, in dem die Jüdinnen und Juden ihr Leben nicht mehr am Hass und den Aggressionsproblemen der anderen ausrichten müssen? Hätte nicht auch ohne einen vielleicht tödlichen Traum vom ewigen Frieden und stiller Harmonie die Option für die PalästinenserInnen und Palästinenser, ohne den Hass der Hamas auf Israel (und ohne ihn sich zu eigen zu machen) das Leben viel freier gestalten zu können vernünftig und prospektiv geklungen?

Damit hätten interessante Punkte angeschnitten werden können, mag sein. Aber warum wollte ich UN Watch eine (belehrende) Email schreiben, dem Human Rights Council hingegen nicht? Auf mich trifft einfach etwas zu, was mich bei anderen stets ärgert. Ich glaube, dass meine vermeintlichen und echten Freunde höheren moralischen und politischen Ansprüchen genügen müssen und können, als die übrige Welt. Vom Vertreter des Iran oder dem Botschafter Palästinas in diesem Menschenrechtsrat erwarte ich fast nichts, von Hillel Neuer hingegen höchstes intellektuelles und politisches Niveau. Ein Niveau, das gar höher liegen soll als meines.

So unredlich das von meiner Seite aus ist, etwas habe ich auch gelernt: Diese Email hätte ich nicht aus Hass geschrieben. Vererbter und unbewusster Antisemitismus hätte sie nicht erklärt. Ich hätte einer seltsamen Enttäuschung Luft verschaffen wollen, die ihr Eigenleben führt und ihrer eigenen Kritik bedarf. ‚Die guten Freunde‘ müssen nicht besser sein als der Durchschnitt, um sich über ihn zu erheben zu können. 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s